Ein weites Land
Namibia umfasst eine Fläche von 823.680 Quadratkilometern; die weiteste Entfernung zwischen Nord- und Südgrenze beträgt 1.320 Kilometer und zwischen West- und Ostgrenze 1.440 Kilometer.
Die Landschaft besteht aus gewaltigen geologischen Formationen, die bis zu 2,6 Millionen Jahre alt sind - mehr als halb so alt also wie die Erde. Die Auasberge und das hügelige Khomas-Hochland etwa sind zusammengeschoben, gefaltet und hochgehoben worden, als zwei Festlandplatten (Kongo und Kalahari Kraton) zusammenstießen. Der im Abendlicht rot glühende Brandberg, der 40 Kilometer große Erongo Krater, das riesige Lavafeld von Etendeka sind stille Zeugen der Spaltung des Urkontinents Gondwana in Afrika und Südamerika. Die Dünen der Namib wiederum, älteste Wüste der Welt, sind Kinder der Erosion: Der Sand ist Überbleibsel eines Gebirges im Inneren des südafrikanischen Subkontinents, der vom Oranjefluss über Jahrmillionen aus dem an die Westküste getragen und von dort aus vom Wind zu riesigen Bergen zusammengefegt wurde.

Wer im Flugzeug sitzt, kann die Landschaften unter sich betrachten wie ein aufgeschlagenes Bilderbuch. Und die Gedanken schweifen lassen bis zum Horizont und darüber hinaus...
Natur pur
Der größte Teil Namibias erhält wenig oder kaum Regen. Trockenflüsse, so genannte Riviere, die nur kurz nach gutem Regenfall Wasser führen, durchziehen diese Gebiete - darunter Hoanib, Ugab, Swakop, Kuiseb, Tsauchab und Fischfluss. Wer jedoch in den Caprivi Zipfel im Nordosten reist, traut seinen Augen nicht: Wasser und saftiges Grün, soweit das Auge reicht; ein Fluss nach dem anderen: Okavango, Kwando, Linyanti, Chobe und der mächtige Sambesi.

Trotz oder gerade aufgrund der Trockenheit gibt es gerade in den ariden Gebieten viele Pflanzen- und Tierarten, die nirgendwo sonst auf der Welt vorkommen: Mehr als 600 Pflanzen (von insgesamt 4.000 in Namibia gezählten Arten), 14 Vögel (von 658), 66 Reptilien (von 258) und 15 Säugetiere (von insgesamt 217). Namibia ist berühmt für seine Wüstenelefanten, seine Oryxantilopen (Wappentier des Landes) oder seine Geparden; natürlich sind auch viele andere Tiere der afrikanischen Buschsavanne hier zuhause, darunter die "Big Five" Elefant, Nashorn, Löwe, Leopard und Büffel. An der Küste bei Lüderitz und Walvis Bay kann man Flamingos, Robben, Delfine, seit einigen Jahren auch wieder Wale beobachten. Stars unter den Pflanzen sind Baobabbaum im Norden, Köcherbaum (eigentlich eine Aloe) im Süden und die Tausende Jahre alte Welwitschia Mirabilis im Westen und Nordwesten des Landes.

Der Schutz der Natur wird in Namibia groß geschrieben: Naturparks erstrecken sich über etwa 15 Prozent der Gesamtfläche; der Etosha Nationalpark und der Namib Naukluft Park sind wohl die bekanntesten.

Auch die Natur Namibias in all ihren kontrastreichen Facetten lernt man am besten kennen, wenn man per Flugzeug unterwegs ist. In der trockenen Einöde plötzlich Oryxantilopen, Springbockherden, Giraffen oder gar Wüstenelefanten zu sichten, ist ein Erlebnis, das man nie vergisst.

Vielfalt der Völker
Vor etwa 500 Jahren war Namibia ein sehr dünn besiedeltes Land der Buschleute (San) und Damara. Dann wanderten Herero, Ovambo und Kavango-Gruppen von Norden ein, vor etwa 300 Jahren auch Nama-Gruppen von Süden. Vor 200 Jahren folgten Entdecker, Jäger, Missionare und Händler europäischer Herkunft. 1884 begann die Kolonialisierung durch das deutsche Kaiserreich, 1915 übernahm Südafrika die Herrschaft und erhielt dafür 1920 auch das Mandat des Völkerbundes. Erst 1990 wurde Namibia ein unabhängiger Staat.

Bei dieser wechselvollen Geschichte ist es kein Wunder, dass die Bevölkerung von 1,8 Millionen Menschen aus vielen Völkern besteht. Den größten Teil stellen Angehörige der Ovambo, die hauptsächlich nördlich der Etosha Pfanne leben - im Cuvelai Becken, das von langgestreckten Senken (Oshanas) durchzogen wird und sich für den Ackerbau eignet. Im trockeneren Nordwesten leben die Ovahimba, ein Untervolk der Herero, die im Zentrum des Landes ihre Heimat haben. Die vielen Gruppen der Nama sind über den Süden verteilt, während die Buschleute im Osten und Nordosten zu finden sind. Viele Völker, viele Sprachen - sechs Hauptgruppen (Oshivambo, Khoekhoe, Caprivisch, San, Kavango und Herero) werden neben den europäischstämmigen Sprachen Afrikaans, Englisch, Deutsch und Portugiesisch unterschieden. Dennoch verstehen sich die Namibier: Über die weit verbreitete Gebrauchssprache Afrikaans und die Amtssprache Englisch.

In der Hauptstadt Windhoek findet man Vertreter fast aller Gruppen. Wer die Völker und ihre Kultur jedoch in ihrer ursprünglichen Umgebung erleben will, muss schon in den Norden reisen - und die Ovahimba im Nordwesten, die Ovambo im zentralen Norden oder die Kavango und Buschleute im Nordosten besuchen. Natürlich am besten per Flugzeug, im Rahmen einer unvergesslichen Fly-In Safari...

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