Sehenswertes aus der Luft erleben

Etosha Nationalpark, Sossusvlei, Fischfluss Canyon sind Sehenswürdigkeiten innerhalb Namibias, die fast jeder Namibia-Urlauber sehen möchte. Doch das Land hält noch viel mehr reizvolle Ziele bereit, die die meisten Reisenden gar nicht ansteuern - oft schon deswegen nicht, weil die Entfernungen zu groß sind und die Zeit nicht reicht. Wer im Flugzeug reist, ist schneller am Ziel, hat mehr Zeit für Unternehmungen vor Ort und erlebt alles aus zwei Perspektiven - vom Boden her und aus der Luft.

Der Fischfluss hat sich im Süden des Landes in ausholenden Schlangenlinien bis zu 500 Meter tief in die Erde gegraben. Staunend steht der Besucher am Rande des Fischfluss Canyons und blickt angenehm schaudernd in die gewaltigen Schluchten. Wieviele Schluchten und Windungen es gibt, sieht man allerdings erst vom Flugzeug aus. Sie ziehen sich an den warmen Quellen von Ai Ais vorbei bis zur Mündung im Oranje. Die ganze Gegend und ein großer Landstrich südlich des Grenzflusses Oranje stehen im Rahmen des Ai Ais/Richtersveld Transfrontier Park unter Naturschutz.

Einen Katzensprung entfernt von Ai Ais lockt im Osten der Kgadagadi Transfrontier Park, der Gebiete Botswanas und Südafrikas umfasst. Hier kann man große Löwen in der unverwechselbaren Dünenlandschaft der Kalahari beobachten. Keine zwei Flugstunden weiter westlich liegt Lüderitz mit seinen herrlichen Jugendstilhäusern und der verlassenen, geheimnisvollen Diamantensiedlung Kolmanskuppe, die vom Sand zurück erobert worden ist.

Ein See inmitten eines Meeres aus Sand - dieses Naturschauspiel in der Dünen-Namib ist unter dem Namen Sossusvlei weltbekannt. Den Tsauchab Trockenfluss, der den tiefen und engen Sesriem Canyon und ein 60 Kilometer langes Tal durchläuft, bevor er von riesigen Sandbergen gestoppt wird und in einer Lehmpfanne endet, muss man aus der Luft gesehen haben. Es liegt auf halbem Weg von Lüderitz nach Walvis Bay etwa 60 km landeinwärts und ist von Windhoek aus in einer Stunde zu erreichen.

Die Lagune von Sandwich Harbour mit seiner reichen Vogelwelt ist alleine wegen der Tausenden Flamingos einen Überflug wert. Es versteht sich von selbst, dass aus Rücksicht auf die Vögel nicht zu tief geflogen wird. In Walvis Bay gehört ein Bootsausflug mit Robben, Delfinen und bei sehr viel Glück auch Walen zum Pflichtprogramm. Das nur 30 km nördlich liegende Swakopmund hat aufgrund der vielen Häuser aus der Kolonialzeit eine gemütliche Atmosphäre. Aktivurlauber (Quadbike, Sandboarding) kommen ebenso auf ihre Kosten wie Freunde des Kunsthandwerks (Karakulteppiche, Holzschnitzereien, Schmuck). Außerdem locken im Inland die Mondlandschaft und die Jahrtausende alte Welwitschia-Pflanze.

Östlich von Swakopmund erhebt sich die Spitzkoppe, das Matterhorn Namibias, aus der Ebene der Namibwüste. Ganz in der Nähe ist das mächtige Erongo Gebirge zu sehen - der Krater eines gewaltigen, längst erloschenen Vulkans von 40 km Durchmesser. Fliegt man weiter nach Norden, gelangt man zum Brandberg, einem so genannten Inselberg aus Granit, der im Licht der Abendsonne seinem Namen alle Ehre macht. Imposant wirkt aus der Luft auch der benachbarte Messum Krater.

Das weiter nördlich liegende Twyfelfontein ist wegen seiner vielen und schön erhaltenen Felsgravuren ein Muss, aber auch wegen der nahe gelegenen "Orgelpfeifen" - aus der Erde ragende Basaltschichten - und des verbrannten Berges, der sich dunkelviolett von seiner gelbbraunen Umgebung abhebt.

Die Plateauberge des Damaralandes und die dunklen Basaltflächen Etendekas überfliegt man auf dem Weg zu den Epupa Fällen hoch im Nordwesten Namibias, wo der Grenzfluss Kunene vielarmig über eine Felsschwelle stürzt. Dies ist die Heimat des Volkes der Ovahimba, die mit ihren Rindern zwischen Sommer- und Winterquartier hin und her ziehen.

Ein paar Flugstunden südöstlich von Epupa liegt die Etosha Pfanne, Überrest eines riesigen verdunsteten Sees und Herz des berühmten Etosha Nationalparks. Im Auto unterwegs, kann man an vielen Wasserstellen Wild beobachten - Giraffen, Springböcke, Oryxantilopen, Impala, Nashörner und Elefanten; wer Glück hat, sieht auch Löwen, Leoparden oder Geparden. Nashörner, Rappenantilopen und Kapgeier (die letzte Kolonie in Namibia) sind Tierarten, mit denen der Waterberg Plateau Park etwas südöstlich von Etosha lockt. Auf dem langgestreckten, von Quellen gesäumten Berg - daher sein Name - ist ein Naturschutzgebiet eingerichtet.

Fliegt man von dort aus nach Nordosten, gelangt man in die zauberhafte Wasserwelt des Caprivi. Vor allem die Ostspitze des 400 km langen Landstreifens wird regelmäßig vom Wasser des Grenzflusses Sambesi überflutet - ein Flugzeug ist hier eindeutig im Vorteil. Die Victoria Fälle sind nicht weit entfernt, und auch das tierreiche Okavango Delta in Botswana lässt sich rasch erreichen.

 

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